In den vergangenen Monaten im September und Oktober wurden von den Handbike-rInnen noch drei Städtemarathons um die Handbike Citymarathon Trophy 2011 ge-fahren. Nach Düsseldorf (08. Mai.2011), Mannheim (21. Mai 2011), Duisburg (29. Mai 2011) und Görlitz (05.06.2011) reisten wiederholt die stärksten europäischen Handbiker nach Berlin (25. September 2011), Köln (02. Oktober 2011) und Heidel-berg (09. Oktober 2011) an. Bis auf das HCT-Rennen in Görlitz war auch der für den VfR Büttgen startende Handbiker Daniel Petersen bei allen anderen HCT-Rennen dabei, um sich als Nachwuchshandbiker mit den „Älteren“ erfahrenen Handbikern zu messen. Daniel wollte sich seine eigene sportliche Vorgabe in der laufenden Renn-saison 2011, einmal die Marathonstrecke von 42,195 Km unter 01:25 Stunden zu fahren, erfüllen.

Beim 38. BMW Berlin Marathon 2011/ 25. September 2011 waren von 152 gemel-deten HandbikerInnen die stärksten 122 in der Bundeshauptstadt Berlin an den Start gegangen. Mit Zurufen und Applaus von einer Million Zuschauern fuhren die Handbi-kerInnen durch 11 Stadtteile von Berlin. Dabei war auch der für den VfR Büttgen star-tende einundzwanzigjährige Handbiker Daniel Petersen. In einer Endzeit von 01:27:15 Stunden und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 29,02 km/h über-fuhr Daniel die Wertungsmatten im Zielbereich auf der Straße des 17. Juni, wo ihn viele applaudierende Zuschauer begrüßten. Das bedeutete Gesamtplatz 57 und Platz 29 in seiner Division H3 und 188 Punkte in der Wertung zur Handbike Cityma-rathon Trophy 2011. Mit diesem Ergebnis war Daniel im Nachhinein ganz zufrieden. Für eine Bestzeit hatte es am Ende nicht gereicht. Aber es zeigte sich, mit welcher starken Leistung die Handbiker beim Berlin Marathon 2011 vertreten waren, von den 107 gewerteten Handbikern fuhren 62 die Marathonstrecke in einer Zeit von unter 01:30 Stunden und dieses nur mit Einsatz ihrer Armmuskelkraft.

Von der Spree ging es für die HandbikerInnen in einem einwöchigen Abstand an den Rhein nach Köln zum LVR Handbikemarathon Köln 2011/ 02. Oktober 2011.

Auch hier ging es den 67 angereisten HandbikerInnen wiederum um die Platzierun-gen und die Wertungspunkte in der Handbike Citymarathon Trophy 2011. Bei spät-sommerlichen 24° nahmen die HandbikerInnen auf der Opladener Straße/ dem Otto-platz ihre zugewiesenen Startplätze ein. So auch der Nachwuchshandbiker U 23 Da-niel Petersen. Mit einer kleinen Verspätung wurden die HandbikerInnen um 11:00 Uhr mit viel Applaus der vielen am Rande des Startbereichs anwesenden Zuschauer auf die Marathonstrecke geschickt. Zahlreiche Kölner Stadtteile mussten von den HandbikerInnen durchfahren werden. Vom Startbereich vor dem Kölner Messegelän-de ging es gleich nach einem Kilometer über die leicht ansteigende bzw. anschlie-ßend leicht abfallende Deutzer Brücke über den Rhein in Richtung Heumarkt. Bei der Abfahrt von der Deutzer Brücke wurde von den HandbikerInnen Spitzengeschwindig-keiten von über 50 Km/h erreicht. Vor einer 360° Linkskurve musste auch der Hand-biker Daniel Petersen die hohe Geschwindigkeit seines Rennbikes herunterbremsen, um in Richtung Rhein Ufer zu fahren. Im Verlauf der Marathonstrecke, waren eine Vielzahl von Schwierigkeiten z.B. einige U-Turns für die HandbikerInnen zu fahren. Bemerken möchte ich hierzu, dass das Wenden bzw. das Fahren einer Kurve auf ei-ner 2-spurigen Straße nicht ganz einfach mit einem Handbike ist. Das Vorderrad lässt sich nämlich nur zur linken bzw. rechten Seite legen und nicht lenken. Die Kur-ve, die man zu fahren beabsichtigt, wird zusätzlich mit der Körperhaltung im Rennbi-ke beeinflusst. Am Neumarkt war die Halbmarathondistanz für die HandbikerInnen geschafft. So auch für Daniel Petersen in einer neuen persönlichen Bestzeit von 0:37:58 Stunden. Eine Zeit die Marathonstrecke unter 01:25 Stunden zu fahren war für Daniel greifbar nahe. Aufgrund von Wartezeiten beim Wenden am U-Turn wurden die Gruppen auseinander gerissen und die HandbikerInnen mussten die letzten 13 Kilometer, ohne im Windschatten der vorfahrenden Handbiker zu fahren, allein be-wältigen. So auch Daniel Petersen, der vermehrt zusätzlich auf Gruppen von voraus-fahrenden Inlineskater auffuhr. Hier musste Daniel seine Geschwindigkeit herabset-zen bzw. so anpassen, um mit Sicherheitsabstand an diesen vorbeizufahren. Obwohl Daniel vermehrt auf sich aufmerksam gemacht hatte, gab es verschiedentlich keine Reaktion von Seiten den Inlineskater. Sie versperrten weiterhin sich an den Händen haltend und nebeneinander fahrend die Marathonstrecke. Für Daniel ärgerlich, der an diesem Tag seine persönliche Bestzeit fahren wollte. Zurück ging es nunmehr als Solofahrer ohne Unterstützung innerhalb einer Gruppe wiederum über den Neumarkt und Heumarkt hinauf über die Deutzer Brücke und mit hoher Geschwindigkeit hin-über in den Zielbereich auf der Mindener Straße/ dem Auenweg. Hier warteten schon hunderte von Zuschauer am Streckenrand und auf den bereitgestellten Tribünen, um jeden einzelnen Teilnehmer für die gezeigte Leistung mit Applaus zu begrüßen. Trotz der vorgefundenen Voraussetzungen fuhr Daniel die zweite Hälfte der Marathonstre-cke in einer Zeit von 0:42:28 Stunden. Wie bereits anlässlich seiner Teilnahme beim BMW Berlin Marathon 2011 zeigte der erst einundzwanzigjährige „Büttscher“ Nach-wuchshandbiker Daniel Petersen in Köln eine nennenswerte Leistung. Daniel fuhr den LVR Handbikemarathon in Köln in persönlicher Bestzeit von 01:20:25 Stunden (Durchschnittsgeschwindigkeit 31:48 km/h). Das bedeutete Gesamtplatz 26 und Platz 10 in seiner Division H3 und 270 Punkte in der Wertung zur Handbike Citymarathon Trophy 2011. Daniel konnte seine gefahrene Zeit nach Bekanntwerden kaum glau-ben, mit welchem Ergebnis er den Marathon in Köln abgeschlossen hatte. Seine sportlichen Vorgaben für 2011 waren erfüllt. Mit seiner in Köln gezeigten Leistung war er überaus zufrieden und wollte am kommenden Sonntag anlässlich des Heidel-berger Rollstuhlmarathons 2011 hieran anknüpfen und die Marathonstrecke unter 01:20 Stunden fahren. Welches Potential steckte noch in Daniel?

Vom Rhein reisten nunmehr 151 HandbikerInnen an den Neckar zum 11. Heidelber-ger Rollstuhl (MAXI) Marathon 2011/ 9. Oktober 2011. Nach Heidelberg waren 429 Rollstuhlsportler aus 17 Nationen gekommen um bei idealen Wetterbedingungen am Rollstuhlmarathon teilzunehmen. Die komplette Elite der europäischen HandbikerInnen hatte auf der Neuenheimer Landstraße unterhalb der Theodor Heuss Brücke Aufstellung genommen, um pünktlich um 11:35 Uhr durch das Startzeichen des 1. Bürgermeisters der Stadt Heidelberg und des Neckargemünds Bürgermeister auf die 44 Kilometer Maxi-Marathonstrecke geschickt zu werden. Auch der für den VfR Bütt-gen startende Handbiker Daniel Petersen war wieder dabei, um am siebten und letz-ten Rennen zur Handbike-Citymarathon Trophy teilzunehmen. Anders wie bei der herkömmlichen Marathonstrecke von 42,195 Kilometer müssen die Rollstuhlsportler beim Heidelberger Rollstuhlmarathon wegen der vorgegebenen Streckenlänge 44 Kilometer zurücklegen. Neben der Fahrzeit auf der verlängerten Marathonstrecke, wird auch die Zeit gemessen, die die HandbikerInnen für die reguläre Marathonstrecke benötigen. Daniel fuhr nach dem Warm Up fast als letzter Handbiker in den Startbereich. Die Startplätze waren schon verteilt und die Positionen von den HandbikerInnen schon eingenommen worden. Für Daniel bedeutete dieses sich am Ende einzureihen. Die leistungsstarken Handbiker, die Daniel für gute Fahrzeiten als „Zugpferd“ benötigt, waren alle vorne zu finden. An einer ohrenbetäubenden Geräuschkulisse und mit viel Applaus von den wartenden Zuschauern fuhren die HandbikerInnen an der aufgebauten Tribüne im Start- und Zielbereich vorbei in Richtung Uferstraße/ Neckarufer. Danach ging es über die Ernst-Walz-Brücke auf das südliche Neckarufer nach Schlierbach und anschließend weiter in Fahrtrichtung Neckargemünd. In Ne-ckargemünd nach 11 Kilometern erfolgte eine Sprintwertung („Schwalbe-Sprinter-Cup“) für die HandbikerInnen, somit auch für Daniel. Daniel überquerte die Wer-tungsmatte in einer Zeit von 0:21:23 Stunden. Keine Bestzeit, in Mannheim und Köln war er 2 Minuten schneller unterwegs. Einen Vorteil aber hatte er sich auf der Stre-cke von Heidelberg nach Neckarsgemünd herausgefahren, die anfängliche Lücke nach dem Start zu den leistungsstarken Handbikern konnte er schließen. Daniel hat-te sich nunmehr einer Gruppe von fünf starken Handbikern aus Frankreich, Norwe-gen und Deutschland angeschlossen. Über die Friedensbrücke in Neckarsgemünd ging es dann auf das nördliche Neckarufer über Ziegelhausen und der Ernst-Walz-Brücke zurück zum Start- und Zielbereich unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke. Nach Erreichen der Zielmatten bei der Kilometermarke 22 mussten die HandbikerIn-nen die gleiche Streckenführung noch ein zweites Mal absolvieren. Daniel überfuhr die Wertungsmatten immer noch integriert in einer fünfköpfigen Gruppe in einer Zeit von 0:40:21 Stunden. Dieses ließ zu diesem Zeitpunkt wiederum auf eine Zeit um die 01:20 Stunden für die 42,195 Km Marathonstrecke hoffen. Auch auf der zweiten Hälf-te der Maxi-Marathonstrecke von Heidelberg über Neckarsgemünd zurück nach Hei-delberg konnte Daniel das hohe Tempo innerhalb der Gruppe noch mitgehen. Beim Kilometer 42,195 am nördlichen Neckarufer zwischen der Alten Brücke und dem Stadtteil Ziegelhausen wurde in der zweiten Runde die klassische Marathondistanz gemessen. Daniel fuhr wiederholt nach dem Köln Marathon die Marathonstrecke in einer persönlichen Bestzeit von 01:18:58 Stunden (Durchschnittsgeschwindigkeit 33,43 km/h). Den Maxi-Marathon schloss er in einer Zeit von 01:26:37 Stunden ab. Auf den letzten zwei Kilometern konnte Daniel das hohe Tempo wegen der Strecken-führung nicht mehr mitgehen und musste abreißen lassen. Allein fuhr er mit viel Ap-plaus von den Zuschauern begleitet über die Zielmatten. Mit seinen in der Renn-saison 2011 gezeigten Leistungen ist Daniel sehr zufrieden und möchte auch in der Rennsaison 2012 hierauf aufbauen. Diesmal aber mit professioneller Hilfe durch den Sportwissenschaftler Dr. Ralf Lindschulten, Hannover. Daniel kennt Dr. Ralf Lindschulten bereits von der ersten Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung an der Sporthochschule Köln. Daniel wird ab Januar 2012 von Dr. Ralf Lindschulten betreut.

In der Weltrangliste der Handbiker, die unter 01:30 Stunden gefahren sind,
kletterte Daniel mit seiner Leistung aus der Rennsaison 2011 von Rang 453 auf Rang 330.

Bei der am Nachmittag im Hotel Holiday Inn Heidelberg stattgefundenen Abschlussfeier zur Handbike Citymarathon Trophy 2011 wurde Daniel für seinen 10. Platz in der Gesamtwertung geehrt. Daniel hat es geschafft, von 101 gewerteten Handbikern der Kategorie HC 3 mit insgesamt 1228 Punkten erst-mals in die Top Ten zu fahren.